Atyrau

Am Rand von Nirgendwo liegt eine Ölstadt in der Steppe. Atyrau: wo sich Chevron und Halliburton Gute Nacht sagen.

Das Beste an ihr ist der Uralfluss der mitten durch fließt. Jenseits dieses glücklosen Kampffischers im Tarnanzug, am anderen Ufer, liegt schon Europa. Der Mann dieser Frau, er war in Zivil, hatte mehr Glück:

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Kasachische Grenzerfahrung


Auf Kasachischer Seite stauen sich etwa 50 Fernlaster in Richtung Usbekistan. Jeder Fahrer legt in seinen Pass Geldscheine um überhaupt seine Zolldokumente bearbeitet zu bekommen. Einer versuchte mit 100 Rubel davonzukommen. Nach einem kurzen Blick in den Pass, gab ihn der Zöllner zurück und befahl: 3 Scheine, also 300Rubel, etwa 8 Euro.
Nachdem ich längere Zeit unbearbeitet an den Schaltern rumstand, gab mir ein Fernfahrer den Tip, doch auch Geld in den Pass zu legen. Der Zöllner stand dabei. Ich stellte mich dumm (das kann ich genauso gut, wie mich gescheit stellen) und kam, um den Geldfluß nicht aufzuhalten, schließlich ohne Bestechung durch.

Das Zollformular, das ich für Hondale ausfüllen musste, war natürlich in kyrillischer Schrift. Ein bulgarischer Fernfahrer der Spedition Willi Betz  aus Reutlingen half mir beim ausfüllen. Gefühlt, war jeder zweite Laster in Kasachstan und Usbekistan von Willi Betz.Sie besitzen etwa 2500 Zugmaschinen und 4000 Trailer. Sein Sohn, Thomas, der jetzige Geschäftsführer, wurde 2008 wegen Sozialversicherungsbetrugs und Bestechung zu 5 Jahren Haft und 2,16 Millionen Euro Strafe verurteil. Er will jetzt seinen Firmensitz in die Schweiz verlegen.

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Bevor die Nacht kommt, stirbt der Wind

Die Steppe ist aber auch Wind, Wind, Wind … und in meinem Fall: Gegenwind.
25% mehr Spritverbrauch und ständiger Lärm in Helm.

Aber bevor die Nacht kommt, stirbt der Wind und man hört wieder Vögel und das Rascheln der Wüstenmäuse.

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Zwei alte Esel

Zwei alte Esel trafen sich auf der Straße.Der Klügere gab nach!

 

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Angstgegner

So schön Khiva war, richtig entspannt genießen konnte ich das Stadtchen nicht. Die 1400 Km, die vor mir lagen, konnten nochmal ähnlich schlimm werden, wie die 480 km von Buchara nach Khiva. Über einige hundert Kilometer waren sie’s dann auch. Zumindest für mich als Rollerfahrer. Während große Motorräder, wie die BMW R1200 Adventurer oder ähnliche Spezialgeräte, wie die Pferde edler Ritter über die Piste toben konnten und dabei etwas Staub aufwirbelten, war ich ja eher unterwegs wie Sancho Pansa auf seinem Esel.

Die Verkleidung des Rollers wird inzwischen hauptsächlich durch Kabelbinder zusammengehalten und meine Handgelenke und Schultern waren ebenfalls reif für Kabelbinder.

Kurz nach der Usbekisch-Kasachischen Grenze konnte ich mich nach 12 Stunden Fahrt endlich in die Steppe hauen. Ich war noch rechtzeitig aus Usbekistan rausgekommen und die Stoßdämpfer haben ebenfalls gehalten.Am nächsten Tag gings weiter auf mieser Piste, bei 8 Grad Celsius. Sonst hats hier 60 Grad am Tag, aber wir hatten einen Kälteeinbruch.

Die einzige Unterhaltung auf dieser Steppenfahrt waren Tiere und Totenstädte.

Übrigends die Einzigen, die sich an Verkehrsschilder halten!

Die Totenstädteund ein paar schöne Marterl:

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Keep on rollin‘

From Yohanan Lakicevic.

Die beiden Fotos sind von Hartmut, Weltumrunder. War 13Jahre Kameramann beim ZDF in Amerika und wollte die Heimreise über den langen Weg westwärts antreten. Mit dem Motorad fuhr er von Washington nach Seattle, dann das Motorrad nach Korea geflogen, von dort nach Wladiwostock, durch die Mongolei,dann nach Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan den Pamir Highway entlang, bis wir uns zum ersten Mal in Samarkand trafen. Dann sahen wir uns wieder in Buchara und jetzt fuhren wir von Khiva nach Nukus. Hier trennen sich unsere Wege. Hartmut fährt über Turkmenistan nach Hause und ich über Russland. Good luck and keep on rollin‘.

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Tankstelle

Schön anzuschauen, nur Benzin haben sie selten. Und wenn, dann mit 80 Oktan, womit Hondale stinkt, als ob er Durchfall hätte. Oft muß man sich das Benzin von Privat in Literflaschen besorgen. Dann hat man allerdings gar keine Ahnung was drin ist.
Keine der Tanksäulen zeigt die echte Literzahl an. Aber wenn in meinen 10 Liter Kanister plötzlich 13 Liter Platz haben, gibts wieder heftige Dikussionen mit einem völlig ahnungslosen Tankwart.

Der hier hat dann mit der Handkurbel noch nachgeschenkt

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