En Passant…

… bei den Azeris. Da mein treues Hondale nur 72 Stunden Aufenthalt genehmigt bekam, wurde meine Fahrt durchs Land doch sehr beschleunigt. Jetzt steht er im Zollhafen und wir beide hoffen, daß wir morgen eine Fähre nach Turkmenbashi bekommen. Ein polnisches Paar wartete 4 Tage und sie wurden nicht mitgenommen, weil die Fähren Öl luden und dann keine Passagiere mitnehmen. Sie mussten ihre gesamte Reise abbrechen und haben Probleme das Land wieder zu verlassen. Ich hoffe, mir droht nicht das selbe Schicksal. Mit jedem Tag, den ich länger hier verbringen muß, fehlt mir wieder einer von den 5 Tagen die habe, um die 1300 km durch Turkmenistan zu fahren. Wenn alles gut geht, melde ich mich wieder aus Buchhara.

Durch den trockenen Osten

Melonenwächter

Darmspülung

Sie sind der allerletzte Schrei:

 

Über Baku schreib ich dann, wenn ich das Land sicher verlassen habe.

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Verbindung mit den Toten

In Aserbaidschan wird die Verbindung mit den Toten durch rote Bänder gehalten. Die zugehörige Blume ist die Nelke.

Und wie manchmal auch in Georgien und der Türkei werden Wasserstellen den Verstorbenen gewidmet:

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Ein Dorf

Wie Dörfer in Georgien angelegt sind, wollte ich schon lange zeigen, aber aus der Rollerperspektive gelingt das nicht. Heute fand ich das Bild:

Die Häuser sind ein- oder zweistöckig, meist mit quadratischem Grundriss.

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TIR Park

die Karawan Serails unserer Zeit:

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Kierkegaard in Sizilien

Das erste Erlebnis einer Reise ist die rätselhafte Ausdehnung der Möglichkeiten nicht nur in die Richtung in die man reist, sondern in alle Richtungen, und es bedarf besonderer Geistesgegenwart, um in der plötzlich um ein Vielfaches angewachsenen Welt nicht seine Sicherheit zu verlieren.

Bela Hamvas, Kierkegaard in Sizilien

und gefunden von Wogo

Heute gehts in den Osten Georgiens und am 14.Juni nach Aserbaidschan. Melde mich, wenn es wieder Internetzugang gibt.

P.s.. Danke für eure Kommentare und Begleitung. Kann leider nur selten drauf antworten. Freue mich aber sehr und es hilft mir, nicht nur mein Belohnungszentrum zufrieden zu stellen. (Bier, Wein und Essen, mein ich)

Das blog und Eure Teilnahme geben meiner Reise Struktur.

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Tbilisi

Altstadt

Tbilisi, spricht sich so sperrig, wie sich die Stadt erstmal gibt. Was für ein Kontrast zu Batumi. Jetzt, am dritten Tag, komm ich langsam rein.
Im Nationalmuseum waren SW-Fotografien aus Georgien aus der Mitte des 19.Jhdts. ausgestellt. Kurz nach dem die Fotografie erfunden wurde. Sie zeigen ein orientalisches Land, mit Kamelen, Wasserpfeifen, Hamams, arabischer Kleidung und gleichzeitig ein zur Technik und zum Westen hin, nach Paris, Berlin orientiertes Land.

Es gibt jede Menge Devotionalienläden und ebenso viele Kirchen. Und viele alte Menschen, die die Hand aufhalten müssen.
Dieses blog kam ja bisher dankenswerterweise mit wenigen Kirchen aus. Damit ist jetzt Schluss:

Uplistsikhe,besiedelt ca. 1000vor Chr.,Kirche 10.Jhdt

Jvari bei Mtskheta, 6.Jhdt

Tsminda Sameba, 2004

Ach ja, der Patriarch der georgischen orthodoxen Kirche , Ilia II,  ärgert sich gewaltig, daß  im Parlament ein Gesetz durchkam, daß die armenisch-apostolische Kirche, die jüdische Glaubensgemeinschaft, die römisch-katholische Kirche, die Muslime und die Baptisten als offizielle Religionen anerkennt.

Zum Essen:

Die unschlagbare Nummer Eins der Kulinarik ist Khachapuri. Frisch gebackene Brotfladen mit geschmolzenem Käse innen drin. Schmeckt Klasse, aber am Morgen eins genossen, kann man am Abend immer noch ein Schnäpschen hinterher kippen.

Und die Torten nicht vergessen:

Das Land, in dem sich all die verlorenen Socken, Kugelschreiber und Feuerzeuge wiederfinden, habe ich bisher noch nicht entdeckt. Aber jetzt weiß ich, wo all die Mercedese hin sind. Die 190er, 200er, 220er usw. Ihre wahre Heimat ist Georgien! Hier dürfen sie in Würde altern.

Und jetzt noch ein paar Touristenbilder:

Rustaveli

my favourite watering hole

Zahlenmystik in der Stadtmauer

Georgia Walk Of Fame

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Gold aus Kolchis

Aus der Schatzkammer des georgischen Nationalmusums:

Löwe aus Gold, 2.Hälfte des 3.Jartausends vor Chr.

Detail aus Ornament, 8. - 7. Jhdt vor Chr.

Goldkugel, 8.Jhdt vor Chr.

Halsband, Detail, 5.Jhdt vor Chr.

Armreif, 4.Jhdt. vor Chr.

Ritualfigur, 3.Jhdt. vor Chr.

Necklace, 2.-3.Jhdt nach Chr.

 

Ohrringe, 4.Jhdt n.Chr.

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Noch eine kleine Geschichte

In der freundlichen, kleinen Pension von Nino Ratiani in Mestia (andere heißen Vittorio Sella oder Lali Gabliani) saßen abends eine kleine Gruppe von Reisenden zusammen. Zwei junge Israelis, ein Tscheche, eine Polin, beide In Australien lebend und ich. Im Fernsehen im Hintergrund liefen Nachrichten über Chile. Eine Demonstration wurde mit Wasserwerfern auseinander getrieben. Der Israeli, der Offizier in der Armee ist, erzählt, dass die israelischen Grenztruppen Syrer, die vor der Verfolgung durch Baschar al Assads Truppen nach Israel fliehen wollten, mit einer neuen Art von Wasserwerfern zurücktrieb, die Chemikalien enthält, die die Getroffenen unweigerlich zum Kotzen bringt.

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Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili

Es hat schon was leicht Degutantes, hier in seiner Geburtsstadt Gori, in das Stalin Museum zu gehen. Als ob man in Braunau das Schicklgruber Museum aufsuchen würde.

Inszenierung von Stalins Totenmaske


Die Georgier sehen das wohl noch anders;  so in der Richtung: ‚Er hat ja auch Autobahnen gebaut‘
Oder mit Churchill: ‚Er übernahm Russland mit einer Pflugschar und hinterließ die Atombombe‘ Im Museum selbst ist von seinen Schattenseiten nichts zu sehen. http://stalinmuseum.ge/index.php?page=1&lang=geo  Aber sein Arbeitszimmer, Geschenke aus aller Welt,  seine zerfallenen Zigarren und schöne Jugendbilder:
Er wollte ja Priester werden. Wurde aber in Tbilisi wegen revolutionärer Umtriebe aus dem Priesterseminar geworfen.

Unter dem Tempelgebäude steht das Geburtshaus

Gori scheint ganz gut mit Stalin zu leben. So kommen wenigstens Touristen in diese traurige Stadt. Vielleicht irre ich mich ja auch mit der traurigen Stadt, der Kontrast zu den Bergen ist einfach zu hoch.

Nachtrag: Siehe Kommentar von Rosi und auch :http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,772272,00.html

von heute

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Armenischer Witz über die Kaukasier:

A boy asks his grandfather why the Armenians haven’t sent a man into space. The old man replies: ‚If the Armenians sent a cosmonaut into space, the Georgians would die of envy. If the Georgians would die of envy, the Armenians would die of pleasure. And if the Armenians and Georgians die, the Azeris will be left with all the land.‘

 

 

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In den Bergen des Kaukasus

Wehrtürme bei Mestia

Die Fahrt nach Mestia im oberen Svaneti fand auf der schlimmsten Piste statt, die mir je untergekommen war. Hab für 100km 6 Stunden gebraucht und war dabei ständig in höchster Anspannung. Ein einziges Schlagloch, unterbrochen von Schotter mit Schlagloch oder Schlammloch mit Schotter. Ach ja, und kopfgroße Kiesel liegen in den Pfützen und wenn man dann noch den scharfkantigen Schieferplatten entronnen ist, können einen höchstens noch Kuhfladen auf Beton zum Stürzen bringen.

Sprengstoff

 

Um dann in einer Gegend zu landen, die mir sehr vertraut vorkommt.


Mount Ushba 4700m

Das wilde Herz Georgiens.

Da das Museum leider wegen Renovierung geschlossen war, hier meine nächst wichtige Beobachtung:

Der TÜV Süd bei seiner wahren Bestimmung.

Hatte nachts einen Alptraum von der Rückfahrt. Bin aber bis auf ein aufgeschrammtes Schienbein  heil wieder unten. Mein Hondale beim cross country- off road Test.

Wunderbar, als ob niemals eine Zentimeter dicke Staubschicht auf mir gelegen hätte.

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Mahl mit den Toten

Hier sind die Mahnmale für Die Auf Der Strecke Gebliebenen oft kleine Rastplätze mit Bank und manchmal auch mit Tisch, um mit den Toten gemeinsam zu speisen und zu trinken. Manchmal steht Wein auf demTisch und jeder Vorbeiziehende ist eingeladen. Mit jedem Schluck nimmt auch der Verstorbene einen zu sich.


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Posttraumatische Architektur (in Batumi)

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Batumi Georgien

Das Batumi Wasserball Team

Wie in der Pfalz, gell!

Batumi hat eine 3km lange Strandpromenade, sehr gepflegt, von Palmen gesäumt und mit Parks zum ausruhen und Bier trinken. Abends ist hier in den Clubs die Hölle los. Der Rest der Stadt ist im Auf- und Umbau. Die Straßen eine Katastophe. In manchen Kratern würden ich und mein Hondale glatt verschwinden. Wenn Batumi mal fertig ist, kanns recht schön werden. Ich übernachte in einem ‚homestay‘ in einem Dreibettzimmer für etwa € 8,00 und hoffe, daß die anderen Betten unbelegt bleiben.

 

Langsam reichts mir vom Meer. Morgen breche ich auf in das obere Svaneti nach Mestia. Das ist der von Georgien zugängliche Teil des Elbrusgebirges. Der Elbrus ist mit 5642m der höchste Berg Europas und steht auf der russischen Seite. Bis vor kurem sollen hier noch bewaffnete Banditen Touristen überfallen haben. Soll jetzt aber besser sein.

 

Wenns nicht regnet, sonst ist die Piste für mich nicht mehr befahrbar.

Bis zum nächsten Internetcafe.

 

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Hopa

 

Meinen letzten Abend in der Türkei verbrachte ich gestern in Hopa, einer etwas runtergekommenen nahöstlichen Grenzstadt. Wie alle Städte und Dörfer seit Samsun wird sie von der Küstenautobahn vom Meer getrennt. Über 500 km kann man nur über Fußgängerbrücken oder über seltene Ampeln zu den Stränden, Strandpromenaden und kleinen Häfen.

In der Gasse hinter meiner versyphten Pension tummeln sich mehr Nachtclubs und Bars als in der Schillerstr. Bedient werden vor allem Lastwagenfahrer, die hier auf den Grenzübertritt nach Georgien warten.

Das Bild von den ‚Natashas‘ ist naturgemäß etwas unscharf geworden. Aber ich wollte mich für einen blogeintrag am letzten Tag nicht noch verprügeln lassen.

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Sumela

Es liegt hingeschmiegt an den Fels in einer wildromantischen Schlucht, erwa 50km südlich von Trabzon in den Bergen. Gegründet wurde es von zwei griechischen Mönchen im 4. Jhdt.

Seine jetzige Form hat es seit dem 13.Jhdt. Die Fresken stammen aus dem frühen 18.Jhdt.


Die Mönche mussten 1923 Sumela verlassen. (Die Geschichte dieser Zeit sollte man bei Interesse auf alle Fälle nachlesen)
Ich denke an Einstein, der meinte, daß es zwei Dinge gäbe die unendlich seien. Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei dem Universum sei er sich nicht sicher.

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Minarette

erinnern mich einfach an Bleistifte mit Ballettröckchen…

 

 

 

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VW Käfer Club bei Jasons Kirche

Auf dem Rückweg von Kolchis, mit Medea und dem goldenen Vlies im Arm, hat Jason an diesem hübschen Flecken halt gemacht. Warum die Kirche hier nach Jason benannt wurde, weiß sicher nur das Tourismusministerium.

Aber die türkischen VW Käfer Enthusiasten haben jedenfalls diesen Ort für ihr jährliches Treffen ausgewählt. Wunderbare alte und gut gepflegte Käferchen.

Vor Jasons Kirche

 

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Santa Claus und die Amazonen

Ja, hier in Ünye ist er geboren, unser Nikolausi. Und auf diesem Inselchen stand seine Kirche. Sein Geburtsname war Sari Saltuk vom Oghuz Stamm. Bevor seine  Eltern konvertierten.

Nicht nur das, auch die Amazonen sollen hier ihrem Handwerk nachgegangen sein. Die, die sich, um besser mit dem Bogen schießen zu können, eine Brust abgeschnitten haben sollen. Die sich männliche Sexsklaven hielten und bei denen Jason auch kurz einkehrte auf dem Weg zum goldenen Vlies. Es war keine mehr zu sehen.

Alles schwer vorzustellen in diesem netten Badeort, der auch mal ein wichtiger Handelsort  auf der Seidenstraße war, zu Zeiten der Ottomanen.

Mein Arbeitsplatz.
Ich  gönne mir hier zwei Tage Pause und auch mein gutes, braves Hondale braucht einen Ölwechsel. Vorgestern hat sich die Festplatte von meinem Netbook verabschiedet. Ich dachte mir, im Tourist Office spricht vielleicht jemand Deutsch oder Englisch und kann mir weiterhelfen.
Ganz versteckt in einem Zimmerchen im Rathaus, waren die beiden Beamten hinter ihren riesigen Schreibtischen dermaßen erschrocken über diesen unerwarteten Besuch eines Fremden, daß sie mich gar nicht gehen lassen wollten. Sie packten mir dann mindestens 2 Kilo bunter Prospekte aus der ganzen Türkei auf. Und sie besorgten mir auch einen Computertandler, der mir eine neue Festplatte und ein neues Betriebssystem von Linux besorgte. Die Verständigung lief über Babelfish am Internet. War sehr lustig, aber jetzt muss ich schon wieder lernen mit neuen Programmen und diesem Linux umzugehen.

Eigentlich ist doch Fahren mein Job.

Ach ja,  im 14Jhdt. lebte hier auch der Sufi Poet Yunus Emre.

Lieber Ali, kannst Du das vielleicht übersetzen? Zumindest sinnweise.

Nachtrag: Im Kommentar ist die Überstzung und Hintergrundiformation zu Yunus Emre. Vielen Dank Ali!

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Schwarzmeerküste

Nachdem ich gestern einen ziemlich unangenehmen Tag, vorwiegend im Regen auf glitschigen Straßen verbrachte, lachte mir heute wieder die Sonne. Und das auf der Küstenstraße von Amasra nach Sinop. Rauf unter runter, hin und her, zum schwindelig werden. Aber wunderbar wenn man, wie ich, das Gekurve mag. Heute einfach nur ein paar Fotos von der Strecke: hmm…

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