Buchara

Was für ein wohlklingender Name und was für eine schöne Stadt. Nach Alexander dem Großen, Dschingis Khan und Timur bin auch ich nun endlich hier in Buchoro-i-Sharif, Buchara, der Edlen.


Geburtsort von Avicenna, dem Vorreiter der modernen Medizin ( Abu Ali ibn Sina 980 -1037) und der Dichter Firdausi und Rudaki, den Sakespeare und Goethe der persisch-arabischen Welt.

Es scheint sich in den Jahrhunderten kaum etwas verändert zu haben, Es ist die Seidenstraßen- Bilderbuch-Stadt. Hier wurde natürlich heftig restauriert und jeglicher Schmutz und größeres menschliches Getümmel, aus der Stadt verbannt. Trotzdem hat sie eine gute Atmosphäre. Und ich muss sagen, ich vermisse den Gestank und vermüllte Strassen, wie ich sie aus anderen asiatischen Städten kenne, überhaupt nicht. Auf diese Art der Authentizität kann ich inzwischen gerne verzichten.

Mein Hotel ist unweit des Hauptplatzes, in einem alten, jüdischen Haus, gegenüber der Synagoge.

Mit einem großem Innenhof und mit einem von riesigen Ulmenstämmen gestützten Vordach.

Bis zum Ende der Sowletunion waren sieben Prozent der Bewohner Juden, heute sind es nur noch wenige Hundert. Sehr viele sind schon seit den siebziger Jahren nach Israel oder Amerika ausgewandert,  müde der ständigen Benachteiligungen und Agressionen. Obwohl sie seit vielleicht 2500 Jahren hier ansässig waren. Man sagt, sie stammen von den verlorenen Stämmen Israels ab. (das hab ich aberauch schon über die Kashmiris gehört)

Die Synagoge wurde im 17.Jhdt. Erbaut.

1920 bombardierten die Sowjets die uralte Befestigungsanlage Ark und zerstörten sie zu 80 Prozent.

Aber sie ist immer noch bestens als Fußballtor geeignet.

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2 Antworten zu Buchara

  1. Sepp Aigner schreibt:

    Schöne Fotos.
    Avicenna war übrigens auch ein bedeutender Philosoph. Ernst Bloch hat ihn in seinem Buch „Avicenna und die aristotelische Linke“ gewürdigt.

  2. Petra schreibt:

    Lieber Joss, Buchara sieht gut aus, abgesehen vom gastronomischen Angebot. Aber so eine Reise härtet den Gaumen ab … Beim Anblick des Kebabs kamen mir wieder Momente meiner Reisen in den Sinn, totes Tier in Wasser (Hühnersuppe in Weißrussland), totes Tier in Fett und Slibowitz (Schweinebraten in Bosnien), totes Tier in Wodka und Mehlsauce (Geschnetzeltes in Sibirien), totes Tier in kleinen, schwarzen Kugeln (Frikadellen in Polen), durchgedrehtes totes Tier auf Spaghetti (Hammelfleischsauce in Tunesien). Vor allem, wenn wir zum Essen irgendwo zu Hause eingeladen waren, war ich immer Vegetarierin. Wofür mich die Fotografen gehasst haben. (Aus Neid, weil sie nicht schnell genug geschaltet hatten) Wobei drei Wochen bei Gurkensalat und Pommes Frites (in Polen), und zwei Wochen bei Ingwersaft und Pommes frites (Mali: dort hält man Obst und Gemüse für etwas, das nur Vögel fressen) auch etwas anstrengend sein können.

    Meine Hochachtung für Deine Reise! Es ist wirklich schön, Dich begleiten zu können, ohne mitessen zu müssen!

    Sei umarmt von Petra

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