Kasachische Grenzerfahrung


Auf Kasachischer Seite stauen sich etwa 50 Fernlaster in Richtung Usbekistan. Jeder Fahrer legt in seinen Pass Geldscheine um überhaupt seine Zolldokumente bearbeitet zu bekommen. Einer versuchte mit 100 Rubel davonzukommen. Nach einem kurzen Blick in den Pass, gab ihn der Zöllner zurück und befahl: 3 Scheine, also 300Rubel, etwa 8 Euro.
Nachdem ich längere Zeit unbearbeitet an den Schaltern rumstand, gab mir ein Fernfahrer den Tip, doch auch Geld in den Pass zu legen. Der Zöllner stand dabei. Ich stellte mich dumm (das kann ich genauso gut, wie mich gescheit stellen) und kam, um den Geldfluß nicht aufzuhalten, schließlich ohne Bestechung durch.

Das Zollformular, das ich für Hondale ausfüllen musste, war natürlich in kyrillischer Schrift. Ein bulgarischer Fernfahrer der Spedition Willi Betz  aus Reutlingen half mir beim ausfüllen. Gefühlt, war jeder zweite Laster in Kasachstan und Usbekistan von Willi Betz.Sie besitzen etwa 2500 Zugmaschinen und 4000 Trailer. Sein Sohn, Thomas, der jetzige Geschäftsführer, wurde 2008 wegen Sozialversicherungsbetrugs und Bestechung zu 5 Jahren Haft und 2,16 Millionen Euro Strafe verurteil. Er will jetzt seinen Firmensitz in die Schweiz verlegen.

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3 Antworten zu Kasachische Grenzerfahrung

  1. Ali schreibt:

    Deine Grenzerfahrungen erinnern mich an unsere früheren Autoput-Torturen. Mein Vater hatte einen Aktenkoffer (er nannte ihn liebevoll: James-Bond-Koffer), der voller Bestechungs-Devotionalien war. Rasierklingen, Kugelschreiber, Batterien, Taschenlampen, etc. Die türkischen Grenzbeamten nahmen sich daraus gerne das eine oder andere Teil heraus. Wortlos ging das. Unerklärlicherweise wurde mit Geld selten geschmiert.
    Keep on rollin‘, mein Lieber!

  2. kurtchenko Sickert schreibt:

    Mann, was für eine Reise! Hatte die ganze Größe gar nicht umrissen. Meinem Auge geht es besser, war bis jetzt ziemlich unscharf in Sehen, Denken und Tun. Freue mich auf Deine Ankunft. Halte durch, admit nothing. Sehe auch, Du bist sehr schlank geworden, Umarmung, Dein kcho

  3. Hallo Joss,
    vorgestern sah ich im TV eine Reportage über einen Luxusbus, der mit mittelbegüterten Leuten zwischen 50 und 80 Jahren von Freiburg nach Shanghai gegurkt ist- in 70 Tagen- mit allem Komfort.
    und dann leer wieder zurück in 20 Tagen, vielleicht triffts du den leeren Bus und erzählst denen mal,
    was eine echte Reise ist. Hast du eignetlich meine Mail bekommen mit den verrückten Mopeds ?
    bis bald in der sogenannten“ Zivilisation“.

    Wolfi

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